31.10.2013 - Laura Schmitz

Was machst du eigentlich so?

Stellt euch folgende Situation vor: Ihr seid auf einem Geburtstag. Ihr steht an einem Stehtisch und keiner kennt sich richtig gut. Als erstes werden die Namen ausgetauscht und vermutlich die Beziehung zu demjenigen, der die Party schmeißt. partyWenn dann über die Getränke, Musik, das Essen und schlimmstenfalls das Wetter lange genug philosophiert wurde, kommt SIE unvermeidlich: die Frage, deren kurze Beantwortung mir ziemlich schwer fällt. „Was machst du eigentlich so?“

Am Anfang versuche ich noch drum herum zu kommen und sage einfach „Ein duales Studium und du?“ Jetzt trifft man auf zwei verschiedene Typen von Gesprächspartnern: Typ 1, „der Hinnehmer“ und Typ 2, „der Bohrer“. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, worauf ich hinaus will. Während Typ 1 bestenfalls noch fragt, wo ich denn das duale Studium mache, stellt sich Typ 2 als deutlich hartnäckiger heraus. Nach der Frage „Wo denn?“ („Medtronic in Meerbusch“) kommt prompt die Frage „Und was genau?“ („Industriemanagement als Bachelor-Studiengang und parallel dazu eine Ausbildung zur Industriekauffrau“).

Jetzt folgt die erste Pause. Um abzulenken, frage ich engagiert nach, was „der Bohrer“ denn eigentlich macht? Anfängerfehler. Durch meine Frage signalisiere ich Interesse an dem Thema an sich. Nach der Antwort „Maschinenbau in Aachen“ o.Ä. kommt, was kommen musste. „Nochmal zurück zu deinem dualen Studium: Wie läuft das denn so ab? Und Medtronic, was ist das eigentlich? Habe ich ja noch nie gehört…“ Okay, jetzt heißt es durchatmen. Ich versuche etwas zu erklären, dass schon in ruhiger Umgebung (also ohne laute Musik) nicht allzu leicht zu beschreiben ist. Ja, was mache ich eigentlich genau und wie läuft das ab?

“Ich mache ein duales Studium bei Medtronic in Meerbusch. Das heißt übersetzt, dass ich studieren gehe und zusätzlich eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolviere. Verzahnung von Theorie und Praxis nennt das die Europäische Fachhochschule gerne. Zwei Sachen gleichzeitig machen, die andere nacheinander tun, würde ich sagen. Und deshalb kann man den Ablauf meines dualen Studiums auch zweiteilen. Es gibt Praxis- und Theoriephasen. Eine Phase dauert jeweils drei Monate, und Praxis- und Theoriephasen wechseln sich ab. Langweilig wird es also nie. In meinen Praxisphasen arbeite ich bei Medtronic.“

Da sind wir wieder. „Wer oder was ist Medtronic? Was machen die?“

„Medtronic ist ein weltweiter Medizintechnikanbieter. Wir stellen Herzschrittmacher her und Stents und Neurostimulatoren und…“ Gelangweilter Blick. Das Thema Krankheit kommt nicht so gut an. Kein Thema, mit denen sich die meisten Jungs und Mädels Mitte 20 beschäftigen (wollen). Ich werde aber nicht gern gelangweilt angeschaut und lege jetzt erst richtig los. Der Bohrer kriegt alles zu hören von Adam und Eva ( bzw. von Earl Bakken, unserem Gründer, der in einer Garage anfing, Medizinprodukte zu bauen) bis heute (Medtronic ist modern, innovativ, lebensrettend !).

Und jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen: Manche Bohrer wünschen sich, sie hätten die Antwort „Ich mache ein duales Studium“ einfach so stehen lassen. Aber es gibt auch welche, die kann ich mit meiner Begeisterung für Medizintechnik und Medtronic richtig anstecken. Und dafür lohnt es sich, auch mal etwas weiter auszuholen!

2 responses to “Was machst du eigentlich so?”

  1. […] beruflich macht – das kennen wir alle. Je nach Job kann die Antwort ziemlich kompliziert sein. Fragt mal Laura! Bei mir nicht. Ich bin bei Marketing Communication, und das heißt vor allem eines: kreativ sein! […]

  2. […] auch. Im August habe ich meine Ausbildung als duale Studentin bei Medtronic begonnen (Laura erklärt euch genauer, was man da macht). Jetzt, sechs Monate später, bin ich um eine Azubifahrt und viele neue Eindrücke […]

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