09.05.2017 - Daniela Bender

Tim und der Takt

Wir stellen euch immer wieder mal die Menschen vor, die bei Medtronic arbeiten. Diesmal hat sich Tim aus dem Bereich CRHF Implantables unseren Fragen gestellt. Hier kommen die Einblicke, die uns Tim in seine Arbeit gegeben hat.

Hi Tim! Magst du dich kurz vorstellen?

Klar, gerne. Ich bin Tim Hemmes, 31 Jahre alt.

Seit wann bist du bei Medtronic?

Seit September 2015.

In welchem Bereich arbeitest Du?

In meinem Geschäftsbereich arbeiten wir mit implantierbaren Produkten, die dem Herzen helfen. Intern heißt der Bereich CRHF Implantables. Ich bin dort Marketing Specialist. Mein Spezialgebiet sind Defibrillatoren und Herzschrittmacher.

Was ist dein Lieblingsprodukt und warum?

Mein Lieblingsprodukt ist der Defi „Visia AF MRI“. Er ist ein doppelter Wächter für das Herz, weil er Vorhofflimmern bemerkt und lebensrettende Therapien abgibt.

Was ist Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist eine Form von Herzrhythmusstörung. Das Herz besitzt zwei Herzkammern und zwei Vorhöfe. Bei einem gesunden Menschen schlagen die Vorhöfe im gleichen Rhythmus wie die Herzkammern. Beim Vorhofflimmern schlagen die Vorhöfe unkontrolliert und beginnen, zu flimmern. Dadurch gerät das Herz und damit auch seine Pumpfunktion aus dem Takt.

Wie kommt der „Visia AF MRI“ zu seinem Namen?

Anhand des Namens kann man die Besonderheiten erkennen: Die englische Abkürzung für Vorhofflimmern lautet AF (Atrial fibrillation). Das AF im Namen bedeutet also, dass dieser Defi Vorhofflimmern erkennen kann.

MRI steht für die Möglichkeit, Patienten im MRT (Kernspin- oder Magnetresonanztomographie) zu untersuchen. (Die englische Bezeichnung für MRT ist MRI).

Körpergewebe, vor allem nicht-knöcherne Strukturen, wie z.B. Weichteile, Organe, Gelenkknorpel, Meniskus und Gehirn können mittels MRT sehr genau dargestellt werden. Schon geringfügige Veränderungen im Körper können auf diese Weise entdeckt werden.  Oft benötigen auch Patienten mit einem Implantat im Laufe ihrer Behandlung eine MRT-Untersuchung. Moderne Geräte, wie der „Visia AF MRI“ machen es also möglich, dass Patienten mit einem Implantat eine MRT-Untersuchung bekommen können, was ziemlich cool ist.

Was kann der Defi „Visia AF MRI“ Besonderes?

Er überwacht wie jeder herkömmliche Defi die Herzkammern. Zusätzlich kann er auch die Herzvorhöfe überwachen und feststellen, ob sein Träger Vorhofflimmern hat. Dazu benötigt er nur eine Elektrode. Bemerkt er Vorhofflimmern speichert er diese Information. Der behandelnde Arzt kann diese Information einsehen. Bei Bedarf wird er in Absprache mit dem Patienten eine Therapie gegen Vorhofflimmern einleiten. Dadurch sind sie besser vor einem Schlaganfall geschützt.

Was genau passiert bei Vorhofflimmern?

Nicht nur die Herzkammern können flimmern, sondern auch die Herzvorhöfe. Man spricht dann von Vorhofflimmern. Die englische Abkürzung dafür ist AF (Atrial fibrillation). Vorhofflimmern ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann aber gefährliche Folgen haben. Das Blut wird nicht mehr richtig in die Herzkammern gepumpt. Dadurch können Gerinnsel entstehen. Diese Gerinnsel können sich lösen und ins Gehirn gelangen. Verschließt solch ein Gerinnsel dort ein Blutgefäß, kommt es zu einem Schlaganfall.

Um dies zu vermeiden sollte Vorhofflimmern medikamentös oder durch einen medizinischen Eingriff, beispielsweise eine Katheterablation behandelt werden.

Wie viele Menschen haben Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist weit verbreitet, besonders bei älteren Menschen. In Deutschland sind mehr als zwei Millionen Menschen betroffen, und es werden immer mehr.

Man spürt Vorhofflimmern nicht unbedingt und da auch Patienten, die bereits einen Defi implantiert haben, Vorhofflimmern haben oder bekommen können, ist es toll, dass der Visia praktisch doppelt aufpasst.

Kannst du einmal kurz erklären, was ein Defibrillator ist und wie er funktioniert?

Defis sind kleine Geräte, die unter die Haut implantiert werden. Über mindestens einen dünnen, weichen isolierten Draht, die sogenannte Elektrode ist der Defi mit dem Herzen verbunden. Seine Aufgabe ist es, rund um die Uhr den Rhythmus in den Herzkammern zu überwachen. Wird der Herzschlag zu schnell, greift der Defi ein. Er gibt elektrische Impulse ab, die für den Defi-Träger meist unbemerkt bleiben. Flimmern die Herzkammern handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation. Der Defi schockt dann. D.h. er gibt dann einen starken Stromstoß, den sogenannten Schock ab. Ein Schock kann in dieser lebensbedrohlichen Situation lebensrettend sein.

Tim, vielen Dank für das Interview!

Gerne.

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