06.11.2015 - Eva-Maria Ernst

Heiß oder mit Eis – So hilft die Katheterablation bei Vorhofflimmern

Niedriger Blutdruck, Schwindelgefühl – das sind typische Symptome für Vorhofflimmern. Vorhofflimmern ist ein unregelmäßiger und sehr schneller Herzrhythmus, der dadurch verursacht wird, dass die Vorhöfe des Herzens schnell und unkoordiniert schlagen. Dadurch gelangt nur ein Teil des Blutes in die Herzkammern und damit in den Körper.Symptome bei Vorhofflimmern

Lebensgefährlich ist Vorhofflimmern zwar meistens nicht, aber die Patienten sind oft unruhig und kurzatmig. Außerdem kann Vorhofflimmern das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Oder das Herz schwächen. Grund genug also, diese Form des „Herzrasens“ zu behandeln.
Damit Vorhofflimmern behandelt werden kann, muss es erstmal entdeckt, also diagnostiziert, werden. Das ist oft gar nicht so einfach, da es bei vielen Menschen keine Symptome verursacht oder solche, die sie nicht mit einer Herzrhythmusstörung verbinden. In diesem Artikel über Herzmonitore erfahrt Ihr mehr dazu.

Ist der Arzt dem Vorhofflimmern auf die Spur gekommen, kommt als Behandlung bei bestimmten Patienten die Katheterablation in Frage. Vor allem bei jungen Patienten kann sie eine Alternative dazu sein, ständig Medikamente einnehmen zu müssen.
Bei der Katheterablation wird ein langer, dünner Kunststoffschlauch ins Herz geführt, um die Herzrhythmusstörung dort zu behandeln, wo sie entsteht. Das funktioniert entweder „heiß oder mit Eis“. Hier kommen wieder zwei der „geheimsten“ Produkte von Medtronic ins Spiel, die wir Euch vor einiger Zeit schon mal kurz vorgestellt haben.

PVAC GoldDer PVAC Gold ist die „heiße“ Variante. Er wird dort eingesetzt, wo Lungenvene und linker Herzvorhof zusammentreffen. Denn die Lungenvenen leiten unkoordinierte elektrische Impulse an den Vorhof weiter und spielen so bei der Entstehung von Vorhofflimmern eine große Rolle. Der PVAC Gold verödet („abladiert“) durch Warme Hitze das Gewebe an der Lungenvene. Seine spezielle Hufeisenform sorgt dafür, dass der Katheter genau in die Einmündung der Lungenvene in den Vorhof passt. Durch die Ablation verliert das Gewebe seine elektrische Leitfähigkeit, und die unkoordinierten Impulse gelangen nicht mehr in den Vorhof. Die Ablation mit Wärme wird auch Hochfrequenzablation genannt. Mehr Infos zur Ablation mit dem PVAC Gold Katheter gibt es hier.

Arctic Front Advance„Mit Eis“ abladiert der Arctic Front Advance, ein Katheter für die Kryablation. „Kryo“ kommt vom griechischen Wort „kryos“, das Kälte oder Frost bedeutet. Wie beim PVAC Gold geht es darum, das für die unkoordinierten elektrischen Impulse verantwortliche Gewebe an den Lungenvenen zu veröden. Allerdings ist der Arctic Front Advance kein Hufeisen, sondern ein Ballon. Dieser Ballon wird mit gasförmigem Kühlmittel gefüllt. Bei der Ablation verdampft das Kühlmittel und entzieht dem anliegenden Herzgewebe Wärme. Durch diese frostige Angelegenheit entsteht eine sogenannte „Läsion“ und das Gewebe kann keine elektrischen Impulse mehr weiterleiten. Wie das funktioniert, könnt Ihr hier noch genauer nachlesen.

In diesem Video fasst unser Kollege Stefan, auch „The Voice“ genannt, nochmal alles zum Thema Vorhofflimmern und Katheterablation für Euch zusammen. Viel Spaß!

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