15.03.2017 - Daniela Bender

10 Fakten zum Thema Rückenschmerzen

10 Fakten zum Thema Rückenschmerzen

Wusstet ihr, dass die Wirbelsäule eine Mindesthaltbarkeit von nur 30 Jahren hat? Und dass Lümmeln besser ist, als Geradesitzen? – Wir haben zum heutigen “Tag der Rückengesundheit” 10 Fakten zum Thema Rücken und Rückenschmerzen zusammengetragen, die euch vielleicht überraschen.

Der Rücken ist ein komplexes Gebilde aus Knochen, Bändern und Muskeln. 24 bewegliche Wirbel, das Kreuzbein und das Steißbein sorgen für Stabilität. In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Institutes 62 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer von Rückenschmerzen betroffen. Die Ursachen sind vielfältig. Wir haben uns das Thema einmal genauer angeschaut und 10 interessante Fakten zum Thema Rückenschmerzen zusammengetragen:

  1. Lieber Lümmeln als Geradesitzen:

„Setz dich mal gerade hin!“ Was Eltern ihren Kindern da predigen, ist falsch. Entspannt zurückgelehnt sitzen ist für den Rücken besser als die bislang empfohlene aufrechte Position. Das hat jüngst eine Studie von schottischen und kanadischen Wissenschaftlern gezeigt. Mithilfe der Kernspintomographie fanden sie heraus, dass die aufrecht sitzende Position das Rückgrat und damit die Bandscheiben am meisten belastet.

  1. Rauchen verursacht Rückenprobleme:

Raucher und ehemalige Raucher haben ein erhöhtes Risiko, an chronischen Rückenschmerzen zu erkranken. Die Erklärung: Nikotin verengt die Blutgefäße. Dies kann wiederum zu einer verschlechterten Durchblutung und langfristig zu Arteriosklerose führen. Knochen würden dadurch schlechter versorgt und die Knochendichte vermindert.

  1. Mit Rückenschmerzen zum Zahnarzt:

Üblicherweise werden Rückenschmerzen von Orthopäden behandelt. Manchmal ist aber auch der Gang zum Zahnarzt angeraten. Denn Rückenschmerzen können mit Fehlfunktionen von Kiefer und Zähnen zusammenhängen. Die Diagnose: Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Schiefe Zähne, ein verschobener Kiefer oder zu hoch stehende Füllungen. Experten bezeichnen die Erkrankung häufig als Chamäleon, da sie sich in sehr vielen unterschiedlichen Begleitsymptomen zeigt. So können zum Beispiel eine unklare Bisslage, Knirschen oder Pressen der Zähne, Knacken im Kiefergelenk, Schmerzen in der Kaumuskulatur, Sehstörungen, Tinnitus, Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelverspannungen in Hals oder Nacken auf die Krankheit hinweisen.

  1. Am besten hilft Akupunktur:

Wissenschaftler der Universität Regensburg haben untersucht, welche Therapie am besten gegen Rückenleiden wirkt. Dabei stellten sie fest, dass Massagen und Wärmetherapie zwar angenehm sind, aber nicht annähernd so gut gegen Beschwerden im unteren Rücken helfen wie die Akupunktur. Akupunktur basiert auf der alten chinesischen Theorie, dass Nadeln dazu dienen können, Vitalenergie des Körpers freizusetzen. Wie genau sie ihre heilsame Wirkung entfalten, ist bislang noch nicht bekannt. Doch gibt es verschiedene Erklärungsansätze – beispielsweise, dass der konkurrierende Reiz, den die Nadeln auslösen, die Schmerzsignale vom Rücken ans Gehirn blockiert.

  1. Rückenschmerzen oft psychisch bedingt:

Wer unzufrieden mit seinem Job ist, sich über Kollegen und Vorgesetzte ärgert, sich unter- oder überfordert fühlt, hat ein erhöhtes Risiko, an chronischen Rückenbeschwerden zu erkranken. Auch einschneidende Lebensereignisse wie der Verlust eines geliebten Menschen oder Arbeitslosigkeit begünstigten das Leiden. Ausgangspunkt für das Kreuz mit dem Kreuz ist oft eine depressive Verstimmung.

  1. Ambulante Bandscheiben-Operation mit Wasser:

Bandscheibenvorfälle könnten in Zukunft vielleicht mithilfe eines Wasserstrahls operiert werden. Experten nennen das Verfahren Hydrodiskektomie. Für den ambulanten Eingriff unter örtlicher Betäubung führt der Arzt eine Spritze in die beschädigte Bandscheibe ein. Ein extrem dünner und nahezu 1000 km/h schneller Wasserstrahl aus der Kanüle entfernt, wie ein Skalpell, bis zu drei Gramm Gewebe. Die Einstichstelle ist nur zwei bis drei Millimeter groß. Der Patient könnte kurz nach der ambulanten Therapie wieder aufstehen. Das Verfahren befindet sich derzeit noch im experimentellen Stadium.

  1. Krafttraining wirksamer als Ausdauertraining:

Für alle Menschen mit Rückenschmerzen gilt: Jede Form von Bewegung, die Schmerzen lindert, ist sinnvoll. Gemeinsam mit Kollegen von der Universität Regina wies  Trainingsphysiologe Robert Kell von der Universität Alberta allerdings in einer Studie nach, dass sich Unentschlossene eher auf Kraft- als auf Ausdauertraining konzentrieren sollten, um Rückenschmerzen zu lindern. Denn Krafttraining bezieht den ganzen Körper ein, Ausdauersportarten aktivieren dagegen meist nur den unteren Teil des Körpers.

  1. Am Tag schrumpfen wir:

Die Körpergröße reduziert sich tagsüber um etwa 1,1%. Grund dafür ist, dass die Bandscheiben durch den Druck Flüssigkeit verlieren. Nachts während des Schlafes saugen sie sich mit Flüssigkeit voll und am nächsten Morgen ist die ursprüngliche Körpergröße wieder erreicht.

  1. 50 Milliarden Euro in Deutschland:

Die Gesamtkosten in Deutschland allein für Rückenbeschwerden werden auf rund 50 Milliarden Euro geschätzt. 20% der Rückenpatienten leiden unter chronischen Rückenschmerzen, auf sie entfallen ca. 80% der entstehenden Kosten bei Rückenbeschwerden.

  1. Mindesthaltbarkeit der Wirbelsäule beträgt etwa 30 Jahre:

Die grundsätzliche Ursache für unsere Rückenbeschwerden liegt in der Evolution. Das sagt der amerikanische Anthropologe Bruce Latimer. Nicht nur der aufrechte Gang verlangt unserer Wirbelsäule einiges ab. Auch die gestiegene Lebenserwartung setzt dem Rücken zu. Denn, so Latimer, „unsere leicht gebogene Wirbelsäule war ursprünglich für eine Lebenszeit von 30 bis höchstens 50 Jahren ausgelegt. Ein Alter, über das die wenigsten der frühen Menschen hinauskamen.“

(Quellen: https://www.backzoom.net/fakten-zum-rueckenhttp://www.focus.de/gesundheit/,
http://www.special-rueckenschmerz.de/)

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